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Weil wir das Spiel mit der Dominanz ständig und überall spielen!

In meinen Trainings, Workshops und Coachings geht es für meine Klienten und Teilnehmer oft darum sich gegen non-verbale Übergriffe oder Begrenzungen zu wehren und die eigenen Grenzen zu verteidigen oder Missachtung zu verhindern.

Wir können soziale Ereignisse, bei denen wir anderen Menschen begegnen, wie einen Sturz in eine Schlangengrube erleben – egal ob es sich dabei um eine Familienfeier oder die Mittagspause in der Unternehmenskantine handelt. Wo Menschen aufeinandertreffen, geht es zu wie bei den Stachelschweinen. Wir brauchen die Nähe der Anderen, doch kommen wir uns zu nah, dann kann das weh tun…

Dabei reichen ein paar kleine Tips aus der Trickkiste der Schauspieler, um aus diesem Problem ein deutlich leichteres Spiel für Dich zu machen.

Deshalb beschäftige ich mich in dieser Serie mit dem Thema: „Dominanz MACHT Spaß!“

Als erstes habe ich Dir gezeigt, was das mit der Dominanz eigentlich auf sich hat. Worum es dabei geht und welche Regeln dabei gelten. Es ging also um die Grundlagen!
Im zweiten Teil habe ich Dir gezeigt, wie das Ganze Spaß machen kann.
Und im dritten Teil ging es um das Thema Macht und warum sie uns suspekt sein kann und ob das Sinn macht, dass sie uns suspekt sein kann…
Heute, im vierten und letzten Teil geht es um einen kleinen Trick, mit dem Du deine Ziele leichter durchsetzen kannst. Es geht darum, wie Du durch den richtigen Kontext einen Rahmen schaffst, der dafür sorgt, dass Du deine Ziele durchsetzt.

Dominanz MACHT Spaß!

1. Teil –  Was ist das Dominanz-Spiel? 
2 Teil –  Was hat Spaß damit zu tun? Improtechnik für den Alltag
3. Teil –  Von der Macht und wie sie Dein Leben beflügelt
4. Teil – Das Frame-Working

Das Frame-Working

Kennst Du das?
Eben warst Du dir noch sicher, über was Du mit deinem Kollegen sprichst und plötzlich geht es um was ganz anderes. Vielleicht ist das worum es jetzt geht auch spannend und wichtig. Nur leider konntest Du irgendwie den Punkt zum ersten Thema, den Du so dringend noch hättest aufzeigen wollen, einfach nicht unterbringen. Und irgendwie bist Du auch bereits voll verstrickt in das neue Thema, daher machst Du dir erstmal keine weiteren Gedanken dazu. Nur nach dem Meeting, dem Treffen stellst Du fest, dass Du eigentlich bei gar keinem der besprochenen Themen deine Standpunkte dargestellt hast.
Wie das passieren konnte, kannst Du Dir leider nicht erklären, denn das Gespräch war wirklich konstruktiv und offen und zugewandt…

DAS kann man mit Frameworking hinbekommen!

Ob bewusst oder unbewusst.
Denn es gibt auch Menschen, die das einfach machen, weil sie sich gerne von einem Themen zum anderen treiben lassen. Mir geht es mit solchen Menschen sogar oft sehr gut. Denn es kann auch sehr schön sein, sich von gedanklichen Impulsen treiben zu lassen. So können die abgefahrensten neuen Gedanken geboren werden.
Nur konstruktiv kann man so eher nicht werden…

Was genau passiert beim Frameworking?

Der Begriff „Frame“ wird in der Kognitionsforschung genutzt, um ein bestimmtes Vorgehen unserer Gehirne beim Erfassen von Worten und ihrer Bedeutung zu benennen.
Das abgefahrene ist nämlich, dass wir die Bedeutung von Worten in unserem Gehirn durch die sie betreffenden Zusammenhänge verstehen. Wann immer wir ein Wort hören, aktivieren wir unsere dazugehörenden Erfahrungen und Eindrücke, die wir mit diesem Wort im Laufe unseres Lebens gesammelt haben. Und damit sind nicht nur abstrakte Ideen, Emotionen oder Sinneseindrücke verbunden, sondern eben vor allem auch motorische Abläufe, also Handlungen.

Am besten wird das mit einer Studie von R.H. Yaxley und R.A. Zwar deutlich, die ihren Probanden etwas über schlechte Sicht vorgelesen und anschliessend gemessen haben, wie schnell die Hälfte von ihnen einen völlig unscharf fotografierten oder die andere Hälfte einen gestochen scharf fotografieren Elch erkennen konnten.
Man sollte meinen, dass ein unscharfes Etwas schwerer zu erkennen war, als der deutlich erkennbare Elch.
Doch weit gefehlt!
Das, im eigenen Leben eher selten vorkommende, unscharfe Etwas wurde deutlich schneller erkannt, als der gut sichtbare Elch.
Der Grund dafür ist der Frame, der vorab durch das Thema „schlechte Sicht“ vorgegeben wurde.

Und genau das passiert uns auch im Gespräch. 

Wenn ich mich also mit meiner Freundin von einem Thema zum anderen treiben lasse, umgelenkt immer mal wieder von neuen Frames, deren konkreten Zusammenhang ich vermutlich nicht mitbekomme, dann macht mir das sehr viel Spaß. Es vertieft sogar mein Vertrauen zu ihr, denn es schafft Verbundenheit wenn unsere Gehirne so wundervoll zusammen schwingen.

Ganz anders ist es, wenn jemand ganz bewusst durch Framework dafür sorgt, dass man entweder nicht zum Punkt kommen kann oder sogar völlig verwirrt zurückbleibt.
Wenn Du jetzt denkst, sowas macht doch keiner, dann schau dir doch mal eines der vielen Kellyanne Conway Interviews an, die es auf YouTube zu finden gibt.
Frau Conway soll eigentlich der Presse, und damit allen Amerikanern, vermitteln was die Absichten, Ziele und Beweggründe des amerikanischen Präsidenten Trump sind.
Tatsächlich ist sie die Königin der Desorientierung.
Am Ende wissen ihre Gesprächspartner oft weniger als vorher, benehmen sich sogar öffentlich schlecht oder wirken ganz schlicht verwirrt.
Das kann sie!
Sie sorgt dafür dass gestandene Journalisten, mit Jahrzehnten an Interview-Erfahrung, aussehen wie vergessliche alte Menschen!
Und sie macht das mit geschicktem Framework…

Was Framework mit Dominanz zu tun hat, ist an dieser Stelle bestimmt klar geworden. 

Nimm daher mindestens den Hinweis für Dich mit, dass diese Momente der Verwirrung im Meeting, in denen Du nicht mehr wusstest, worum es ging, und wie Du zu Deinem Punkt kommen sollst, kein Indiz dafür waren, dass Du für Deinen Job nicht geeignet bist.
Sondern vermutlich einfach nur dafür, dass da ein geschickter Kommunikator mit am Tisch saß, vor dem Du Dich in Acht nehmen solltest!

Aber was bitte hat so eine miese Masche jetzt mit Spaß zu tun?

NIX!
Jedenfalls solange man nicht weiß, welches Kraut gegen so fiese Tricks gewachsen ist…
Doch genau so ein Kraut gibt es.
Bewiesen hat das zum Beispiel Jack Tapper von CNN, in einem wahnsinnig spannenden Interview, in dem schliesslich tatsächlich Frau Conway zugegeben hat, dass Trump gelogen hatte.
Auch wenn sie direkt damit weiter gemacht hat, dass EINE Lüge ja nichts sei, im Vergleich zu all den Wahrheiten, die er ständig sage. J. Tapper hat sie mit viel Höflichkeit, gut vorbereitet und mit unglaublichem Langmut im Emotionsmanagement-Duell dazu gebracht, zuzugeben, dass Trump gelogen hat, als er sagte, wie hoch die Kriminalitätsrate in den USA sei.

Alleine zu wissen, dass ich dem Framework anderer, die vorhaben mich im Gespräch auszuschalten, was entgegensetzen kann, macht mir schon echt Spaß!

UND natürlich gibt es Situationen, wo Framework auch dabei helfen kann, genau zu dem Themen zu kommen, über das ICH reden möchte. Ohne andere unhöflich zu unterbrechen oder ruppig und penetrant immer wieder zum Thema kommen zu müssen.

Russel Brand hat das zum Beispiel ganz großartig hinbekommen. Als er in einem sehr amüsanten Morgenmagazin Interview gleich drei Moderatoren, die eigentlich ganz oberflächlich über ihn reden wollten, dazu gebracht hat, über seine Inhalte zu sprechen.
Sobald sie wieder oberflächlich werden wollten, hat er sie ganz locker etwas dämlich aussehen lassen und war dabei auch noch freundlich und charmant.

Dein Spaß bei jeder Variation des Spiels mit der Dominanz kann sich nur einstellen, wenn Du entscheidest – statt unbewusst mal zu gewinnen oder zu verlieren – von nun an einfach bewusst gewinnen zu wollen. 

Dann kannst Du auch besser wegstecken, wenn Du mal verlierst. Denn es ist viel unangenehmer, wenn Du Dich im Nachhinein fragen musst, wie Dir all das geschehen konnte, als wenn Du weißt, was Dir geschieht und Du einfach – diesmal 😉 – ein Duell nicht gewonnen hast!
Sobald Du Dich, in Situationen in denen es darum geht wer sich durchsetzt, dafür entscheidest – statt wie bisher unbewusst – von nun an bewusst zu handeln und so zu kommunizieren, kann sich der Spaß einstellen.

Denn denk daran: Nach dem Spiel ist vor dem Spiel!

Und vergiss nicht, es sind nur Spiele!
Doch sollte es mal um mehr gehen, ist es um so wichtiger, dass Du weißt, wie Du heil da raus kommen kannst…

Die wichtigsten Regeln für Frameworking sind:

  1. (wie immer!) Bleib locker – entspann Dich – sorg gut für Dich und atme gut!
    Mach gutes EmotionsManagement!
  2. Lächle! Sei zuvorkommend und zugewandt!
  3. Halte Dich an die wichtigste Regel des Improtheaters und denk IMMER „Ja, genau so und…“
    (in diesem Modus gibt es keine Neins!)

Und wenn Du Dich fragst, wie das noch mal grundsätzlich war, mit der Dominanz?
Dann schau doch gerne noch mal in meinen letzten Text über den Spaß am Dominanz-Spiel rein, das könnte helfen…

Wenn Du die drei ersten Teile meiner Reihe verpasst hast, dann findest Du sie hier.

  1. Was verdammt ist das Dominanz-Spiel
  2. Was hat das jetzt mit Spaß zu tun?
  3. Von der Macht und wie sie Dein Leben beflügelt

Und wenn Du Dir diesen Text lieber anhören als durchlesen möchtest, geht es hier zum
Teil1

und hier zum
Teil2

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