„…würde ich Pornos machen“.

Darüber sind sich die Teilnehmer meiner Workshops unabgesprochen, unisono und wirklich immer einig! Doch genauer haben die Wenigsten definiert, was sie bereit wären zu machen und was eben nicht.
Dabei ist die Definition von Zielen eine wichtige Grundlage für effektive Eigenwerbung. Nur wenn man weiß was man will, kann man einen Marketingplan machen. Das heißt natürlich auch zu wissen, was man unter gar keinen Umständen machen würde.

Will man Werbung machen? Und wenn, ist man bereit sein Gesicht zusammen mit einem Produkt ablichten zu lassen? Für welche Produkte würde man niemals werben? Würde man Soap machen oder Telenovela? Und wenn nein, was könnte einen überreden es vielleicht doch zu tun? Geld? Das perfekte Genre? Wo will man überhaupt hin? Und warum macht man das alles?
Diese und ähnliche Fragen wird sich jeder im beruflichen Alltag irgendwann stellen. Meist muss es dann plötzlich sehr schnell gehen und deswegen entscheidet man leider oft falsch. – Schwupps, schon steckt man in einer Produktion, die einen quält und einfach kein Ende nehmen will. Oder man hat zu lange gezögert und jemand anderes nutzt nun die Chance.
Manche machen es sich da leichter. Sie sorgen dafür, dass sie niemals in eine solche Situation kommen werden!
Sie sehen dann zum Beispiel bei einem Termin mit einem Caster so aus, als wenn sie gerade erst aus dem Bett gefallen wären, auch wenn es bereits gegen Mittag ist. Und warum? Weil der Caster viel Werbung besetzt, was sie auf keinen Fall machen möchten.

Diese Taktik ist sehr effektiv und wirklich ein Garant dafür niemals eine Einladung zu einem Werbecasting zu bekommen. Leider aber auch zu keinem anderen Casting. Denn das Einzige was man so unter Beweis stellt ist: Respektlosigkeit!

Und niemand will respektlos behandelt werden. Auch Caster nicht!
Allerdings hat solch ein destruktives Verhalten oft einen guten Grund. Es zeigt, dass die wahren Absichten des Werbefeindes mit seinen Handlungen nicht im Einklang sind. Es ist völlig in Ordnung, wenn jemand keine Werbedrehs machen möchte. Aber das ist doch noch lange kein Grund dem Caster die Zeit und eventuell auch noch die gute Laune zu stehlen. In dem man wie ein miesepetriger Muffel bei ihm ins Büro schlurft, ihm den Morgen versauert und auch noch erwartet trotzdem entdeckt zu werden.

Besser ist es sich seiner Ziele bewusst zu sein, inklusive den absoluten Dont’s. Zu wissen, was man auf keinen Fall machen möchte ist hilfreich – man kann sogar offensiv damit umgehen. Lautet die persönliche Entscheidung: Ich will keine Werbung machen. Dann kann man mit dem Caster über die eigenen Ziele und Absichten reden und von der Entscheidung erzählen, keine Werbung machen zu wollen. So muss man niemanden vor den Kopf stoßen, kann sich respektvoll verhalten und hat sogar noch Gesprächsstoff – denn bei dieser Ansage sollte man schon eine gut durchdachte Begründung parat haben.

Wenn wir (vor allem wir Schauspieler!) wissen was wir wollen, können wir angenehme Gesprächspartner sein, die wirklich was zu sagen haben und durch ihre Persönlichkeit überzeuge!