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crab on beach

und wieso sich wachsen so gefährlich anfühlt 

Der kleine Kutter zieht sein Netz über den Grund der Kielerförde.
Der Skipper kippt seinen Fang auf das Deck. Unter Anleitung dürfen wir alle im Schlick nach Leben suchen. Wir finden jede Menge Tiere und bekommen sie erklärt. Und dann findet einer einen Krebs. Einen Krebs ohne Panzer. Er sieht weißlich, glibberig und unendlich verletzlich aus. Wir dürfen ihn alle einmal in der Hand hallten und dann muss er sofort zurück in die Ostsee.

Kennst Du das?
Eigentlich passt es im Moment gar nicht, die aktuellen Herausforderungen sind zu groß und zu wichtig, und trotzdem bist Du irgendwie genau jetzt besonders empfindlich? Vielleicht spürst Du einfach eine Anspannung die Du nicht so recht los wirst, trotz Lust auf das was Neues ansteht? Liegen Deine Nerven blanker als sonst? Bekommt Dein Umfeld Deine Anspannung öfter ab, als Dir lieb ist?

Kann sein Du wächst gerade!
Beim Krebs ist das so!

Der Rancher damals, an Bord des Kutters auf der Kielerförde, hat das so erklärt:
Auch ein Krebs wächst. Und deshalb wird ihm seine Schale irgendwann zu eng. Praktischer Weise hat er hinten eine Klappe. Die kann er öffnen. Das tut er dann auch. Und verlässt durch diese Klappe seinen Panzer. Diese leeren Panzer findet man dann oft am Strand…
Jetzt hat der Krebs keinen Halt mehr. Er ist schutzlos.
Dieser schrecklich hilflose Zustand hat einen Sinn: der Krebs nutzt die Gelegenheit sich mit Wasser voll zu saugen. Wie eine Wasserbombe. Randvoll!
Und dann bildet er einen neuen Panzer. Sobald dieser ausgehärtet ist, lässt er alles Wasser hinten durch seine Klappe wieder raus. Dann hat er einen zu großen Panzer. Und in den kann er jetzt gemütlich rein wachsen.
Sobald der dann wieder zu eng wird, geht alles wieder von vorne los.

Doofer Weise ist der Krebs in der Phase ohne Panzer den Umständen extrem ausgeliefert. Hätten wir ihn zu lange in den Händen gehalten, dann hätte er sich nicht mit Wasser voll pumpen können. Er hätte dann einen viel zu kleinen Panzer gebildet. Vielleicht hätte er gar keinen Panzer bilden können. Wir hätten diesem kleinen schwabbeligen Ding locker den Garaus machen können…
Blöde Phase, im Leben eines Krebses!
Ziemlich gefährlich…

Ich kenne kein besseres Bild für die „Gefahren“ des Wachsens, als das vom Wachstum des Krebses!
In solchen Phasen bist Du roh und verletzlich und ausgeliefert. Und anschliessend kommt Dir das Neue irgendwie merkwürdig, oft viel zu groß vor…

Das muss so! So geht wachsen!
Mach Dir also keine Sorgen. Weder, wenn Du Dich gerade roh fühlst, noch wenn das Neue Dir (noch) zu groß erscheint.
Das ist eben wie beim Krebs.
Und es geht vorbei.
Und dann von vorne los…

😉