0049.152.26644888 info@anna-momber-heers.de

©Nina Grützmacher

Weil wir das Spiel mit der Dominanz ständig und überall spielen!

In meinen Trainings, Workshops und Coachings geht es für meine Klienten und Teilnehmer oft darum sich gegen non-verbale Übergriffe oder Begrenzungen zu wehren und die eigenen Grenzen zu verteidigen oder Missachtung zu verhindern.

Anderen bei bestimmten Ereignissen zu begegnen kann sich anfühlen, als begebe man sich in eine Schlangengrube.
Egal ob es sich dabei um eine Familienfeier oder die Mittagspause in der Unternehmenskantine handelt. Wo Menschen aufeinandertreffen geht es zu wie bei den Stachelschweinen. Wir brauchen die Nähe der Anderen, doch kommen wir uns zu nah, dann kann das weh tun…

Dabei reichen ein paar kleine Tips aus der Trickkiste der Schauspieler, um aus diesem Problem ein leichtes Spiel für dich zu machen.

Los geht es mit meiner neuen Serie „Dominanz MACHT Spaß!“

Als erstes möchte ich dir zeigen, was das mit der Dominanz eigentlich auf sich hat. Worum es dabei geht und welche Regeln dabei gelten. Kurz gesagt: heute erkläre ich dir die Grundlagen!
Im zweiten Teil will ich dir zeigen, wie das Ganze Spaß machen kann. Im dritten Teil geht es dann um das Thema Macht. Und im vierten und letzten Teil darum, wie Du mit dem richtigen Rahmen dafür sorgst, dass Du deine Ziele durchsetzt.

Dominanz MACHT Spaß!

1 Teil –  Was ist das Dominanz-Spiel?
2 Teil –  Was hat Spaß damit zu tun? Improtechnik für den Alltag
3 Teil –  Von der Macht und wie sie dein Leben beflügelt
4 Teil –  Das Frame-Working

Was – verdammt noch mal – ist das Dominanz-Spiel?

Solange Du alleine in deiner Wohnung bist und keiner Menschenseele begegnest, kann es dir egal sein was das ist.
Doch sobald Du aus dem Haus gehen möchtest und vor deiner Wohnungstür deinem Nachbarn begegnest, wird das schon anders. Selbst wenn Du in einem unpersönlichen Haus voller Fremder lebst, und ihr deshalb alle aneinander vorbeiseht, bist Du bereits mitten drin in diesem Spiel!
Sobald wir anderen Menschen begegnen klärt sich rasend schnell, wie wir zueinander stehen. Im Hausflur und mit meinem Nachbarn, der mir egal ist, kann ich das vielleicht noch vernachlässigen. Sobald ich aber mit jemandem interagiere, von dem ich in irgendeinen Grad abhängig bin, wird das sofort anders.

Solltest Du zum Beispiel vor der Haustür deinem Postboten begegnen, ist es bereits relevanter, ob Du so tust als ob du ihn noch nie gesehen hast oder ob Du ihn grüßt. Und wenn Du ihn grüßt, stellt sich die Frage WIE Du das tust. Solltest Du Wert auf den Erhalt deiner Post legen, kannst Du dein Verhalten gegenüber deinem Postboten auch unter dem Aspekt der Dominanz betrachten.

Die meisten von uns entscheiden intuitiv, dass es zielführend ist, freundlich zu grüßen. 

Gute Entscheidung!

Auf Augenhöhe und freundlich ist eine verbindlichere Lösung als wegschauen und ignorieren. Sollte sich deinem Postboten nämlich jemals die Frage stellen, ob er dir einen Brief zustellt oder verschwinden lässt oder ob er sich noch ein paar Minuten mehr bemüht, eine Lösung für dein Paket im Haus zu finden, anstatt es zur chronisch überfüllten Paketstation zu bringen, wäre es vermutlich hilfreich, er weiß wer Du bist und hat ein positives Grundgefühl für dich…

Ist Dominanz also immer und ständig ein Thema? – Ja! 

Das ist aber deutlich weniger schlimm, als es sich anhört. Denn natürlich hast Du eine ganz gute Intuition dafür, wann welches Verhalten angemessen ist. Deshalb hast Du vielleicht auch noch nicht viel darüber nachgedacht. Oder Du lebst mit dem Gefühl, dass die Menschen an sich alle freundlich und zugewandt sind –  je nach dem wie Du selber mit ihnen umgehst.

Stimmt!
Nicht immer…

Leider gibt es auch Situationen, in denen merkst Du vielleicht erst nachdem sie vorbei sind, dass Du keinen Punkt machen konntest. Oder Du fühlst dich zurückgesetzt und kannst leider einfach kein konkretes Verhalten oder eine konkrete Aussage ausmachen, die das beweisen könnte. Alle Aussagen deines Chefs oder deiner Schwägerin waren nett und der Ton war zugewandt. Und doch fühlst Du dich, als hätte man dich in die Ecke geschickt.
Kennst Du solche Situationen?

Willkommen in der Arena der Dominanz-Spiele!

Tatsächlich sind wir ständig in dieser Arena.
Auch mit denen die wir lieben und denen wir sehr zugetan sind. Mit denen kann diese Arena ein Platz des Supportes und des Ansporns werden.

Im Kern geht es bei der Dominanz um unser Grundbedürfnis zu wachsen. Manche verwechseln jedoch das persönlich Wachstum mit einem Verdrängungsvorgang.
Das ist zwar unnötig, kommt aber verdammt oft vor!
Dann ist es hilfreich, wenn Du deine Spielstrategien und -techniken optimal ausnutzen kannst, und so für dich und dein eigenes Wachstum verantwortungsvoll sorgst.
Und dann ist es wichtig, dass Du schön viele Punkte machst!

Drüber reden hilft nicht! 

Wichtig ist dabei zu verstehen, dass sich die Sache NICHT diskutieren lässt!
Dominanz wird non-verbal geklärt, auch wenn Du dabei Worte benutzt, die Info steckt zwischen den Zeilen!

Stell dir vor: deine Schwägerin erwähnt auf dem Hochzeitstag deiner Schwiegereltern in ihrem liebevoll vorgetragenen Toast auch deine Ehe mit ihrem Bruder. Sie sagt all die schönen Dinge über ihn und dich und euch. Und dann erwähnt sie noch nebenbei und mit einem entwaffnenden Lächeln, dass Du ja echt spannende Sachen machst mit deiner kleinen Firma, obwohl sie noch immer nicht so richtig verstanden hat, was das genau ist, was Du da den ganzen Tag machst. Aber wie gut, dass Du und ihr Bruder so ein tolles Team seid!

Was würdest Du da antworten wollen? Wie würdest Du wirken, wenn Du jetzt laut fragst, ob sie damit vielleicht sagen wolle, dass Du besser wieder zurück zu deinem alten Arbeitgeber gehen solltest? Oder gar, ob Du eine Last für ihren Bruder bist?
Wie würde das wirken?
Die meisten von uns würden in solch einer Situation das blöde Bauchgefühl weglächeln und den fiesen Groll, der auf die blöde Kuh aufkommt, so schnell wie möglich runterschlucken.

Punkt für die Schwester deines Mannes…

Und wie wäre es bei dem Mitarbeiter der sich ärgert, dass Du den Posten bekommen hast auf den er scharf war, und er wohl deshalb immer seine Kaffeetasse direkt neben deine Tastatur auf deinen Tisch stellt und dabei gerne ganz laut redet, obwohl alle sehen können dass Du telefonierst?
Wie würde es aussehen, wenn Du das „Problem“ ansprichst?

Punkt für den Mitarbeiter…

Das Problem lag nicht in den Worten deiner Schwägerin oder dem was der tönende Mitarbeiter da tatsächlich von sich gegeben hat. Das Problem liegt bei diesem Spiel immer zwischen den Zeilen.
Und dieses Spiel funktioniert wie alle Spiele. Besser Du spielst mit dem gleichen Ball mit dem auch dein Gegner spielt – es kommt blöd, wenn Du einen Fussball auf die Tischtennisplatte donnerst.

Jedes Spiel hat seine Regeln und seine Handlungs-Ebene!

Die Ebene des Dominanz-Spiels ist die NON-VERBALE.
Also versuch niemals das „Problem“ zu klären, in dem Du drüber sprichst. Handel so, dass eindeutig und unmissverständlich klar ist, was geht und was nicht!

Nimm die Herausforderung an!

Damit Narzissten und sich selbstüberschätzende Menschen in diesem Spiel nicht mehr Punkte machen, als die umsichtigen und klugen Persönlichkeiten.

Eine Studie des amerikanischen Psychologen Brian Hoffmann aus dem Jahr 2011 über den Erfolg von Dominanz versus Planungskompetenz in Unternehmen hat deutlich gezeigt:
Der positive Effekte von sozialer Dominanz und Selbstbewusstsein des Chefs ist nur halb so groß, wie Planungstalent und Intelligenz. Letzteres sind deutlich wichtigere Faktoren für den Erfolg eines Unternehmens.

Blöd nur, dass sich umsichtiges und kluges Handeln gegen das Laute und Heftige nicht durchsetzt.

Oft hindert die „Guten“ vor allem ihre Sicht auf das Spiel. 

Die Überzeugung es sei falsch „andere zu dominieren“ oder sich zu messen oder jemanden zu besiegen, macht vor allem den Weg frei für die, die damit kein Problem haben.

Schade!

So werden jene Menschen, die sich selber vor den Gemeinsinn stellen, wohl weiter die Oberhand behalten.
Oder Du entscheidest dich doch die Spielregeln zu lernen.
Selbst wenn Du das nur machst, damit Du sie später besser brechen kannst…

 

wenn du den Artikel als Podcast hören möchtest, geht es hier lang: Text auf Sondcloud