@Nina Grützmacher

Wenn die Angst näher kommt

 

Hast du auch so einen Ort an dem du, als du 13 warst, einfach so rum gehangen hast?
Einer der Plätze, an dem ich rum gehangen habe, war der Breitscheidplatz. 
Dort rum zu hängen hat sich verdammt erwachsen angefühlt.
Vor allem weil ich da so wunderbar selbstbestimmt hinfahren konnte, obwohl meine Eltern diese „Konsummeile“ immer gemieden haben und weil dort so viel Leben war.

Ich habe dort ausprobiert wie sich mein Make-up und meine Pumps auf meine Umwelt auswirken und war ein bisschen in Jean, den französischen Strassenkomödianten, verliebt. Vor allem, wenn er den Flummi-Trick gemacht hat. „Äverydeim se boul douches se grauund, you oul have to say HAH!“
Und wenn er dann den Ball fallen liess, machten wir alle: „Hah. Hah. Hah. Hah Ha Ha Ha Ha. Hahahahaha…“ „Easy do laugh!“ Mit seinem Akzent klang das englische Wort für Lachen immer nach dem für Liebe.

Und Vorgestern Abend ist ein LKW in diesen Platz gerast und hat Menschen getötet und verletzt.

Eine Berliner Freundin, die auch hier in Hamburg lebt, schrieb mir am nächsten Morgen:
„Es ist gruseliger wenn es in der Mutterstadt passiert, als irgendwo anders auf der Welt.“

Das Wort Muttertstadt hat mich dann erwischt.

Ja! Es fühlt sich anders verwundbar an, als es das bei den Ereignissen an all den anderen Orten vorher getan tat. „Sie haben unserem Berlin weh getan,“ schrieb abends eine andere Berliner Freundin aus Hamburg.

Und dabei sind all meine Lieben in Berlin sicher und wohl auf. Die meiner Freundinnen ebenso.

Auf facebook haben dagegen lange nicht alle Bekannten, Kollegen oder Klienten angeklickt, dass es ihnen gut geht oder wenigstens irgendwas gepostet.

Und ich haben mich dabei ertappe das Ereignis, und alle anderen der letzten 2 Jahre, mit „es“ zu umschreiben.
Ein bisschen so, wie man in Harry Potters Welt zu Lord Voldemort nur „der dessen Namen nicht genannt werden darf“ sagt…

Dabei fällt mir wieder ein, dass es nur 3 Jahre nach meinen frühpubertären Begegnungen an der Gedächtniskirche das Attentat im „La Belle“ gab. Die Disco lag nur 3 Blocks neben der Disco in der ich 1986, schon lange und auch ohne die Erlaubnis meiner Mutter, tanze ging.
Das war wirklich nah!

Und doch fühle ich mich heute bedrohter, als ich das damals empfunden habe.

Damals galt der Angriff irgendwie nur den amerikanischen Soldaten, obwohl eine junge türkische Berlinerin starb und viele Berliner verletzt wurden. Es gab damals sogar Hinweise dafür, dass nicht nur Lybien sondern auch Syrien darin verstrickt gewesen sein sollen…

EGAL!

Den diesmal bin ich so verzagt und erschüttert, wie ich es damals eben nicht war.
Bei jeder Freundin, jedem Bekannten, der sich gemeldet hat Gestern und der sagte es sei alles soweit gut, war ich erleichtert und mir liefen die Tränen.

AUCH EGAL!

Denn wichtig ist eigentlich nur was ich mit meiner Verunsicherung und meiner Angst machen werde!
Etwa einfach weiter machen?
Ist mir sogar Gestern schon geschehen.
Mitten drin haben sich ganz wunderbare Möglichkeiten für mich und meine Visionen in 2017 aufgetan und ich habe für 20 Minuten in einem tollen Telefonat plötzlich wieder ganz viel positive Gefühle und eine große Tatkraft gespürt.

DAS IST DER AUSWEG!

Konzentrier dich auf das was dich erfüllt und was dich glücklich macht.

GERADE JETZT!

Weißt du noch was ich über die Tricks der Navy Seals und der Schauspieler zum Emotionsmanagement geschrieben habe?
Falls du meine Beiträge dazu verpasst hast, hier gehts zu dem über das positive Ziel oder hier zum gelesenen Zusammenschnitte aller 4 Beiträge.

Oder du machst es so, wie ich es Gestern dann meiner Mutter am Telefon erklärt habe:
Du musst nur meinen kleinen Neffen, ihren Enkelsohn, gegen jemanden aus deinem Leben austauschen, dessen pure Anwesenheit dich glücklich macht:

„Stell dir doch mal vor wie du dann kurz vor Weihnachten am Bahnhof ankommst und dein Enkel schaut so entzückend, mit seinem lustig Blick, aus dem Buggy. Kannst du dir vorstellen, wie er dich anlacht. Er lacht immer so eigen, so haltlos. Seine Freude ist so pur. Weiß du das noch? Halt dich daran fest. Mal es dir aus. Flute dein Gehirn mit diesen wunderschönen Bildern und Vorstellungen. Immer dann wenn du wieder Angst bekommst starte die Vorstellung in deinem Kopf. Mit ganzer Kraft!“

Such dir eine wunderschöne Vorstellung und lass sie dein Halt sein, wenn du spürst dass die Angst anrollt. Zieh dich an deiner Vorstellung wieder raus aus der Hilflosigkeit und bewahre dir so deine Klarheit im Kopf.

Denn mit Angst denkt es sich gar nicht gut.
(Mit Angst schaltet sich dein Hirn, dein logisches Denkvermögen ab! –  WIRKLICH! Der Bereich in deinem Gehirn, der für das logisches Denken verantwortlich ist, schaltet sich ab wenn du Angst hast!)
Mit Glück dagegen, kannst du weiter auf dein ganzes Gehirn zugreifen!
Und wir brauchen jetzt unser waches und konstruktives Denken, gerade jetzt!
Jeder für sich. Aber auch wir für uns alle und für die Welt, in der wir leben!

Deshalb:
Halt dich an deinen schönen Vorstellungen fest!
Was immer dich glücklich macht, mal dir das Schöne aus und lass nicht zu, dass dir die Angst die Klarheit im Kopf raubt.
Denn wenn du wieder denken kannst, wenn deine Klarheit im Kopf wieder da ist, dann fällt dir auch wieder ein, was du gegen dieses hilflose Gefühl in dir tun willst.

Gut für sich zu sorgen ist nicht das Selbe wie gefühlskalt sein.
Es ist wichtig mitzufühlen, mit denen die es wirklich getroffen hat!
Und es ist richtig zu spüren, wenn du Angst hast.

Nur auf der Angst hängen bleiben, das sollten wir nicht …

Ich für meinen Teil plane jetzt weiter mein 2017 und freue mich darauf, was sich alles bereits jetzt auftut und was ich alles werde bewegen können, im nächsten Jahr!
Und bis dahin genieße ich meine magenkranken Kids, die sich gerade kein bisschen krank verhalte, sondern durchgeknallte lustige Lieder über Nonsens erfinden.

Und wie wirst du weiter machen?