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Es gibt wenig Gutes, außer man tut es

anna

Wir habe jede Menge Verhaltensweisen, die uns nicht gut tun, nicht weiter bringen oder sogar schaden.

Ich gebe Dir mal ein paar Beispiele aus meinem Leben, um Dir zu zeigen, was ich damit meine:

  • Vor ein paar Tagen habe ich Weihnachtsgeschenke für meine Familie gemacht und darüber die Zeit vergessen, deshalb habe ich viel zu wenig geschlafen. Der Vortrag am nächsten Tag war dann ein unnötiger Kraftakt.
  • Mein Versuch die technischen Probleme mit meinem Newsletter unbedingt noch zu lösen, obwohl ich längst hätte im Bus sitzen müssen, damit meine Klientin nicht im Regen vor der verschlossenen Tür meines Offices steht, war ’ne dummer Idee und auch nicht von Erfolg gekrönt.
  • Oder auch so Dinge wie rechtzeitig meine Steuer machen…

Wie ist das bei Dir?
Vielleicht reagierst Du ja immer wieder sichtbar und für alle spürbar, wütend, sobald Du Dich ungerecht behandelt fühlst, obwohl Du ganz genau weißt, wie schwach und hilflos Du dann wirkst.
Oder Dir platzt wieder und wieder der Kragen, weil Dein Sohn den Müll nicht raus bringt. 😉

Über die meisten meiner blöden Verhaltensweisen, die mir nicht gut tun und die vor allem meine Beziehungen belasten, habe ich schon viel nachgedacht. Bei ziemlich vielen davon habe ich schon vor längerer Zeit erkannt, warum ich mich so verhalte, wie ich mich verhalte.
Leider ändert meine alleinige Erkenntnis mein Verhalten noch lange nicht.
Es gibt sogar Verhalten, das ich selbst dann nicht verändere, wenn ich wirklich und tatsächlich die „Denke“, die dafür verantwortlich ist, verändert habe.
Viele Verhaltensweisen sind einfach tief verankert in meinen Synapsen und sobald ich mal kurz nicht aufpasse, bahnen sie sich fies ihren Weg, vorbei an meinem Verstand zu meinen Muskeln hin und ich mache genau das WIEDER, von dem ich absolut weiß, wie blöde es ist!

Auch bei meinen Klienten beobachte ich ab und an eine obsessive Lust am Verstehen-wollen.
Ich hab ja den Verdacht, dass das eine ganz vertrackte und heimtückische Variation der Vorbereiteritis ist.
Denn solange ich damit beschäftigt bin, immer genauer zu verstehen, WARUM ich etwas mache, muss ich ja „noch“ nichts ändern.

Damit mich hier keiner falsch versteht!
Ich weiß: Einem ungewollten Verhalten auf den Beweggrund zu gehen um es zu ändern, kann äußerst effizient sein, um neues und zielführenderes Verhalten zu bewirken.
KANN!
Nur, wenn alles schon erkannt und verstanden wurde und dann immer noch weiter geforscht wird, DANN werde ich stutzig…
Denn manchmal ist es sinnvoller einfach irgendwas zu tun, anstatt immer weiter zu erforschen, WARUM ich den Quatsch, den ich mache, eigentlich mache…

Manchmal macht es viel mehr Sinn einfach irgendetwas anders zu machen.
Etwas Kleines.
Von mir aus, etwas Klitzekleines.
Einfach anders machen und beobachten, was sich dann tut!

Mein Unbewusstes ist nämlich verdammt clever (Deines vermutlich auch…). Ich glaube ja, es bedient sich ganz gerne mal meines Verstandes, um zu erreichen, was es erreichen möchte.
Und dann denk ich und denk ich und denk ich darüber nach, warum ich irgendwas schon wieder gemacht habe, einzig, damit ich NICHT dazu kommen kann es anders zu machen.
Wenn das der Fall ist, hilft es, wenn ich NICHT den Weg über meinen Verstand wähle, sondern direkt meine Muskeln walten lasse, um einfach irgendetwas ein kleines bisschen anders zu machen als sonst.

Und wenn ich das dann immer wieder mache, das „etwas-Klitzekleines-anders-machen“, habe ich mir am Ende – ganz nebenbei – beigebracht, es komplett anders zu machen als vorher.
Im besten Fall erlebt so der Teil in mir, der lieber nichts verändern wollte, dass mein neues Verhalten gar nicht so schlimm war wie befürchtet.
Sehr oft ist mein Unbewusstes sogar begeistert vom neuen Verhalten.
Denn mein Unbewusstes ist wirklich clever. Wenn was funktioniert und gut ist, diskutiert es nicht lange, sondern verleibt sich mein neues und besseres Verhalten schlicht weg ein!

Also, auf dem Weg ins neue Jahr und hin zu allllll den vielen Vorsätzen und Veränderungen, die Du geplant hast oder noch planen wirst:
Wenn Du ein Verhalten verändern willst, nutz auch Deine Muskeln.
Sorg dafür, dass Du in kleinen Schritten stetig etwas in Richtung Deines gewünschten Verhaltens hin änderst.
Und solltest Du noch nicht so genau wissen, was du anstelle des alten Verhaltens machen möchtest –
um so besser!
Dann experimentiere rum, probier aus, was du noch nicht ausprobiert hast, was du noch machen könntest und erforsche, was alles geht…

Schon Erich Kästner hat gesagt:
„Es gibt nichts Gutes, außer: Man tut es!“