Schon sehr spannend:
Da kommt ein neuer griechischer Finanzminister, der nicht nur gänzlich anders handelt als die vor ihm, sondenr auch anders redet und sich auch noch ganz anders kleidet – und unsere Presse kann sich gar nicht wieder beruhigen, vor lauter Bedarf das zu kommentieren und vor allem zu interpretieren.

Ich sammle all die Kolumnen zum Auftreten von Yanis Varoufakis. Es ist aufregend, was ich da so zu lesen bekomme. Der griechische Finanzminister wird „Dandy“ genannt. Ihm wird eine besonders „konservative“ Haltung attestiert. Entweder weil er sich trotz des neuen Amtes keine neuen Kleider gekauft hat oder weil man davon ausgeht, dass er am Ende, wenn seine Karriere in der Politik sich weiter entwickelt (wohin denn noch? – er ist Finanzminister!), ja eh in den grauen Zweireiher umsteigen wird.

Dabei wird sehr deutlich, die neuen Regierungsmitglieder in Griechenland machen – rein kleidungstechnisch – alles richtig. Sie gehören auf den ersten Blick nicht zur alteingesessenen Machtfamilie. Vermutlich ist diese eindeutige Sichtbarkeit der Absicht „es anders machen zu wollen“ vor allem für die eigene Bevölkerung wichtig. So besteht – auf jeden Fall noch! – kein Verdacht alles könnte so weiter gehen wie es vorher war. Und wenn dann ganz nebenbei ganz Europa nicht so genau weiß, wie man auf dieses Verhalten reagieren soll, dann ist das vermutlich ein schöner Nebeneffekt. Und es ist schon erstaunlich wie vergleichsweise „sanft“ die Reaktionen auf die entschiedene Kursänderung in Griechenland dann irgndwie doch ausfallen…

Die neuen „Jungs“ in Athen sind ein hervoragendes Beispiel dafür, wie Auftreten wirkt! Von denen kann man großartig lernen, wie das mit dem Zeichensetzen über die Kleidung und das Auftreten geht…