Wie mich die Freiheit der Selbstbestimmung gerade jetzt herausfordert

annaimsommer

Ferien! Ich habe frei!
Und wie nötig ich es habe, dass zwitschert jede Zelle meines Körpers. Ich sollte dringend ausspannen und zugleich würde ich die freien Tage so gerne nutzen, um das eine UND das andere Projekt, dass im stressigen Alltag immer wieder untergeht, doch noch voran zu bringen. Ganz zu schweigen von den Projekten, die keinen Aufschub dulden, auch die Privaten.

Zum Beispiel Weihnachten.
Weihnachten ist so ein vermaledeites Projekt…
Mein Kalender beginnt mich im September daran zu erinnern, dass ich das angehen will. Und dann fehlt mir am Ende doch immer wieder die Zeit, die ich eigentlich dafür gebraucht hätte, sowohl beruflich, als auch privat.
Und leider, leider kann man dieses Weihnachten nicht aufschieben.
Das kommt eines Tages dann einfach, unumgänglich.
Genauer gesagt, es ist Morgen!

Vorher melden sich noch ganz schnell all die Freunde und lieben beruflichen Kontakte, die ich lange nicht gesehen habe, oder ich melde mich bei denen und dann kommt sie, diese Frage, die den Zeitdruck noch größer macht: „Schaffen wir es noch auf einen Kaffee oder ein Getränk?“
Als wenn es nach dem 24.12. nicht weiter gehen würde.
Und auch nach dem 31.12. wird es weiter gehen.
So weit wir jetzt wissen.
Bisher ist es jedenfalls jedes Jahr weiter gegangen…

Komischerweise fällt es mir in diesen Tagen sehr schwer Prioritäten zu setzen.
Komischerweise bin ich an diesen Tagen so sehr gefangen in dem Gefühl, ich müsse unbedingt noch ganz viel erledigen, bevor…
Bevor was eigentlich?
Ja, bevor ich zu meiner Familie fahre und bevor ich ein paar Tage nur diese Menschen sehe, die ich tatsächlich viel zu selten alle zusammen sehe.
Was verdammt noch mal macht diesen irren Druck aus, alles noch vor dem 24. oder auch 31.12. geschafft zu haben?
(ALLES ist irgendwie auch eine recht unklare Definition. Was genau ist ALLES in diesem Fall?-Ich denke kurz drüber nach und befinde: ALLES ist im Moment nicht zu erfassen, vor allem, weil ich keine Zeit dazu habe…)

Woher kommt dieser verdammte Druck?

Ich vermute es ist, wie immer, ganz einfach:
Es liegt daran weil so verdammt viele Menschen sich zeitgleich so sehr auf das Selbe konzentrieren. Diese zwei Termine! So dicht hinter einandere! Und vor allem haben all diese Menschen verdammt große Erwartungen An diese Termine.
Gemeinsam erschaffen wir diesen ungeheuren Zeitdruck.

Wenn die Erklärung so einfach ist, ist auch die Lösung ganz einfach:
Mich immer wieder daran erinnern, dass ich für mein Leben ganz alleine verantwortlich bin und das es nach dem 24.12.2015 genau so weiter geht, wie es auch nach dem 31.12.2015 weiter gehen wird. Genauso eben, wie auch 2014, 2013, 2012…

🙂