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Warum Schauspiel beim Selbstmanagement hilft!

Moderne Schauspieltechniken wurden entwickelt, damit Schauspieler ihre Charaktere genau dann, wenn das Buch es sagt, genau so reagieren lassen können wie das Buch es sagt.
Und zwar wirklich!

So tun als ob sieht die Kamera (wie eine Wahrheitslupe) und dann ist die Illusion futsch.
Moderne Schauspieltechniken haben also nichts mit Luftblasen produzieren oder eine Rolle geben zu tun. Sie wurden dazu entwickelt abrufbar und verlässlich wahrhaftige Emotionen zu reproduzieren, die dann zu situativen Interaktionen führen.

Für mich ähneln diese Techniken vielen modernen kurzzeittherapeutischen Methoden, nur eben rückwärts.
Rückwärts deshalb, weil sie entwickelt wurden um Konflikte und Komplikationen her zu stellen.
Doch wenn ich den Knopf kenne, an dem ich irgendwas anschalten kann, kann ich es mit demselben Knopf auch ausschalten.

Amüsant ist, dass ich das noch nicht konnte, geschweige denn davon wusste, als ich noch als Schauspielerin gearbeitet habe.
Betriebsblindheit, würde ich sagen 😉

Schauspieltechniken können Dir im Alltag helfen, mit Deinen unbewussten Impulsen bewusster umzugehen, effektiver und zielgerichteter zu handeln. Sie können Dir mehr Kontrolle über Deine unbewussten Verhaltensweisen verschaffen.
Du musst nur wissen, wie es grundsätzlich funktioniert und Deine individuellen Impulse gut kennen.

Wenn Du Lust hast, Dir mehr Spielräume im Alltag zu verschaffen, dann habe ich diesmal eine kleine Anleitung, wie Du das machen kannst. 

Du könntest bei der nächsten Gelegenheit, während Du zum Beispiel im Café auf jemanden wartest oder in der Bahn sitzt, die Menschen um Dich herum und ihre Interaktionen beobachten.
Wie gehen sie aufeinander zu? Welche Körpersignale des einen lösen was bei dem anderen aus?

Oft ist es leichter, erstmal andere zu beobachten, als schon direkt auf Deine eigenen Verhaltensweisen einzuwirken.
Übrigens ist das auch eine Aufgabenstellung ganz zu Beginn einer Schauspielausbildung. 😉

Im zweiten Schritt könntest Du ein Spiel mit Dir selber starten und beginnen, einfach mal etwas anders zu machen als sonst.
Am besten Du beginnst damit in gänzlich sicheren Zusammenhängen, in denen es auf nichts ankommt und Du vollkommen ungefährdet bist.
Dann könntest Du zum Beispiel genau beobachten, wie Dein Körper sich verhält, während Du jemandem zuhörst.
Halte für Dich fest, wie Du Dich dabei fühlst.
Und dann ändere einfach mal Deine Haltung (ich meine das wirklich körperlich!) und beobachte, was Du dann fühlst.

Sollte dann noch ein kleines bisschen Achtsamkeit übrig sein, wäre es spannend wahrzunehmen, ob Dein Gegenüber auf irgendeine Weise darauf reagiert.

Viel Spaß beim Spielen!