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anna_storytellingBoah bin ich genervt!

Jetzt habe ich dieses InfoVideo im Netz schon gefühlte 30 Minuten (ich habe nachgeschaut, es waren nur 8…) angeschaut und das vorherrschende Gefühl ist bodenloses genervt sein. Ich „spule vor“ und es wird leider nicht besser. Mein einziger Gedanke ist nur noch: „WAS KOSTET DER SCHEIß JETZT?“ Denn längst ist offensichtlich, es handelt sich nicht um ein Info-Video, sondern um ein Verkaufs-Video. Und dann gehts richtig los! Am Ende denke ich „Wie schlecht muss das Produkt sein, wenn es eigentlich soooo teuer ist und mir für keine hundert Euro angeboten wird. Der einzige Grund es zu kaufen ist also, dass es ein Schnäppchen ist!“ Zoooonk…

Was lief da schief? Meine Reaktion war ganz sicher nicht die beabsichtigte Reaktion.
Denn ganz offensichtlich hat der Hersteller des Videos alle „Tricks“ und „Tipps“ vieler „Storytelling“ Ratgeber und Kurse ganz genau befolgt.

Lassen Sie mich mit einem großen Mythos des Storytellings aufräumen und ich hoffe es spricht sich rum!
NEIN, endlose Wiederholungen (Loops) machen die Sache nicht spannend, sondern nerven ganz schön schnell und ganz schön doll!
Es gibt weit mehr Möglichkeiten um Spannung zu erzeugen, als die Wiederholung und des Hinauszögern.

Wir sind an eine bunte Vielfalt der Spannungserzeugung gewöhnt! Warum sollten wir uns also von den zwei einfachsten bezirzen lassen? Jedesmal wenn wir im Kino, Theater oder Fernsehen sind oder wenn wir ein spannendes Buch lesen und sogar wenn uns eine Freundin lebhaft eine Geschichte erzählt, begegnen uns all die anderen Möglichkeiten der Spannungserzeugung. Und nach dieser alltäglichen guten Erfahrung, kommt dann eine „Geschichte“ die so absichtsvoll, wie schlecht gebaut ist.

Der zweite große Mythos ist, daß eine Beziehung zum Zuhörer, Zuschauer oder Kunden aufgebaut wird, weil ich was von mir erzähle und ihn immer wieder direkt einbinde, in dem ich zum Beispiel feststelle, dass es ihm sicher auch so geht wie mir…
NEIN! Das klappt nicht! Oder haben Sie ihren Partner/ihre Partnerin so kennen gelernt?

Es braucht eine entscheidende Zutat, wenn ich mit Geschichten von mir eine Beziehung zu anderen kreieren möchte.
Im Englischen gibt es dafür das tolle Wort „to reach out“. Im Deutschen ist die Entsprechung vielleicht in „Kontakt treten“. Wobei das treten darin irgendwie in die falsche Richtung führt…
Aber egal wie Sie es nennen wollen: ohne geht nicht!

Es reicht nicht eine persönliche Geschichte zu erzählen, man muss auch bereit sein den anderen damit zu berühren, ihm zu begegnen! Es ist ganz einfach genau wie damals, als Sie ihren Partner/Partnerin getroffen haben, es muss etwas zwischen Ihnen und dem Anderen passieren! Und damit das geht, müssen Sie bereit sein, sich mit Ihrer Geschichte selber zu berühren!
Es braucht Ihre Gefühle und es braucht Ihre Bereitschaft, diese Gefühle zu teilen.

Und das bringt mich zum letzten Mythos über das Storytelling: es reicht nicht eine schöne Stimme zu haben, langsam zu sprechen und Ausdruck zu haben. Es reicht auch nicht alle körpersprachlichen „Handycaps“ zu eliminieren.
Der Ausdruck muss zur Emotion passen und das geht nur, wenn Sie bereit sind anderen Ihre Gefühle zu zeigen! Manchmal kann das bedeuten Ihnen bricht die Stimme und ihr Körper zeigt deutliche Zeichen von Ängstlichkeit.
Denn der wichtigste Faktor beim Geschichten erzählen ist, dass Sie die Geschichte in dem Moment wo Sie sie erzählen, wieder durchleben. Erst dann können andere sie nacherleben. Und erst dann kann Ihre Geschichte einen sinnvollen Effekt auf Ihr Publikum haben…

Ja, das hört sich eher ungemütlich an… stimmt!
Erstmal jedenfalls!
Doch natürlich sollen Sie nicht immer und grundsätzlich in Tränen ausbrechen, sondern eine Intensität wählen, die dem Anlass angemessen ist.
Und vor allem verspreche ich Ihnen: es ist ein unglaublich tolles Gefühl der Verbundenheit und persönlichen Stärke, das möglich wird wenn Sie Geschichten erzählen, die Ihre Absichten unterstützen UND absolut ehrlich und aufrichtig von Ihnen erzählt werden!

Und genau dafür gibt es Handwerkszeug und methodische Struktur, die Ihnen helfen zu be-wirken was Sie erreichen wollen!
Und all das ist weder mystisch, noch magisch…
Handwerkszeug zum Umgang mit Emotionen bieten Ihnen zum Beispiel Schauspieltechniken und die Struktur für Ihren Vortrag, Ihr Verkaufsvideo oder ihr Team-Meeting könnten Sie bei Drehbuchschreibern klauen…

Und ja! Genau! Ich habe hier in diesem Text all das gemacht, wovon ich geredet habe.
Denn natürlich geht das auch schriftlich.
Und natürlich möchte ich mit dem was ich mache, auch was be-wirken…
😉