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©nina grützmacher

Was die Navy Seals machen, können Schauspieler schon lange!

Hier kommt der zweite Teil meiner Anleitung für die Techniken der Navy Seals 😉

Im Netz kursieren Geschichten darüber mit welchen vier “Tricks” sich die Navy Seals der US Army, ausser körperlich und an ihren Waffen, noch trainieren. Ich habe nach Original-Quellen gesucht und sie leider bisher nicht gefunden.

Aber ehrlich gesagt, ich finde diese Geschichten trotzdem ganz plausibel, denn Schauspieler nutzen ganz ähnliche Techniken um genau das Gegenteil von dem zu erreichen, was die amerikanischen Elitesoldaten vermutlich erreichen wollen:

die einen bleiben in real bedrohlichen und extremen Situationen handlungsfähig, in dem sie dafür sorgen, dass ihr Kopf klar bleibt und die anderen sorgen dafür ihren Verstand kontrolliert zu verlieren, um in einer extremen – jedoch erfundenen – Situation glaubhaft und wahrhaftig zu sein.

Die vier “Tricks” sind eigentlich ganz einfach:

  1. positive Selbstgespräche
  2. Atmung
  3. Imagination
  4. ein positives Ziel

Und da Schauspieler genau das selbe wie die harten Jungs – nur eben anders rum – machen, braucht man gar nicht die geheime Navy Seals Technik, man kann die knapp zwei Jahrhunderte erprobten, gut dokumentierten und stetig optimierten Techniken von Schauspielern nutzen, um das selbe zu erreichen.

Wie?
Das zeige ich dir in 4 Schritten.
Schritt 1 – positive Selbstgespräche findest Du hier!                                                                                          Und in diesem Text geht es um Schritt 2: Deinen Atem!

“Boah, wenn diese arrogante Kuh noch einmal sagt, dass ich auf meinen Atem achten soll, dann hau ich hier ab!”
Ich weiß, es kann nerven.
Ich weiß, ICH kann nerven.
Ich bin nämlich sehr oft diese arrogante Kuh, die ihre Klienten und Teilnehmer nicht ausbüxen lässt, wenn sie lernen wollen ihre Emotionen zu managen und für sich zu nutzen.

Was das mit dem Atem zu tun hat?

Ganz einfach!
Hier ein klitzekleines Experiment für dich:
Bitte erinnere dich daran, wann Du das letzte Mal so richtig genervt, sauer oder wütend warst oder Angst hattest!
Na, erinnerst Du dich?
Was war der Anlass und wie bist Du da bloß reingeraten? Was hast Du gemacht? Warst Du alleine oder in Begleitung? Was genau hat dich so erwischt?
Wenn Du es dir gerade so richtig schön angefangen hast vorzustellen……dann check doch jetzt mal bitte deine Atmung!

Und? Wo spürst Du deinen Atem? 

Vermutlich atmest Du sehr hoch, also in die Schultern und den Brustkorb. Eventuell bewegen sich sogar deine Schultern deutlich nach oben. Vielleicht fühlt sich dein Brustkorb zugleich eng an.

Dann check doch jetzt bitte noch mal die Spannung deiner Bauchdecke!

Die ist vermutlich eher fest….

Gut gemacht, das nennen Schauspieler “reinkitschen”!

Manchmal ist es für Schauspieler nötig sich ganz schnell und ohne mentale oder emotionale Vorbereitung in einen extremen Zustand der Bedrohung oder der Wut zu bringen, zum Beispiel in einer Improvisation oder beim Drehen einer Daily. Und dann hilft es erstmal nur muskulär so zu tun, als ob man Angst hat oder stinksauer ist. Dafür wird die Bauchdecke angespannt und die Atmung in die Schultern gelenkt. Dann kann man noch die Atemfrequenz verflachen und verkürzen und schwupps ist die Panik oder der Wutanfall da!

Das Gefühl folgt der muskulären Vorgabe…

Andersrum geht es natürlich auch!

Wenn in der nächsten Szene direkt eine romantische Sequenz dran ist, dann bauen die beiden Kampfhähne hinter der Bühne oder der Kamera den aufgebauten Hormoncocktail durch heftige, große Bewegungen wieder ab, vertiefen und beruhigen den Atem und entspannen so viele Muskeln wie irgend möglich. Dann nutzen sie das restliche Adrenalin aus der Kampfszene davor, um nun ein besonders sehnsüchtiges, vielleicht begehrliches Gefühl herzustellen – auch das eben wieder muskulär.

Denn eigentlich kann kein Körper so schnell von Wut zu Romantik wechseln.

Hormone brauchen – um abgebaut zu werden – entweder Zeit oder Bewegung, am besten beides.
Du kannst es trotzdem schaffen: über die Steuerung deiner Muskulatur und zwar vor allem die deiner Bauchdecke.

Vereinfacht könnte man sagen, dass deine Bauchdecke sowas wie der An- und Ausschalter für deine Emotionen ist.

Im Alltag passiert dir das unbewusst:
Du willst schnell noch mal Milch im Supermarkt holen und landest in einer endlosen Schlange an der Kasse mit den meisten Wocheneinkäufen – boah bist Du genervt und nervös und hibbelig!

Was macht deine Bauchmuskulatur? – Die ist fest!
Wohin atmest Du? – In die Schultern!

Da das in beide Richtungen funktioniert eignen sich solche Staus vor der Kasse oder auch im Strassenverkehr hervorragend, um zu trainieren, die Bauchmuskulatur zu lockern.

Mein Trainingsvorschlag für dich:

  1. Such dir immer die längste und langsamste Schlange im Supermarkt aus und übe dich zu entspannen!
  2. Nutze grundsätzlich jeden Stau in den Du gerätst, um deine Wahrnehmung für deine Bauchdecke zu schärfen und deine Fähigkeit sie willentlich zu entspannen, zu trainieren!

Denn wenn Du in emotionalen Stress gerätst geschieht genau das! Und wenn Du dann schon genau weißt, wie Du deine Bauchdecke entspannen kannst, kannst Du im nächsten Schritt – trotz heftiger Angst, Wut oder was auch immer – bereits wesentlich besser auf deine logischen Denkfunktionen zurückgreifen.

Und wenn Du das mit der Bauchdecke eines Tages gut kannst, dann forsch weiter! 

Finde raus, was deine Beine, Füsse, Hände und Arme oder dein Nacken so macht, wenn Du gestresst bist und versuche – mit deiner tiefen Bauchatmung, auf die Du dann ja immer leichter zugreifen kannst – auch diese Körperteile zu entspannen.

Nächste Woche erzähle ich dir davon wie eine “action” funktioniert und wie Du Imagination nutzen kannst, um herausfordernde Situationen besser zu meistern!

Bis dahin viel Spaß beim Üben und ich freue mich sehr, wenn Du mir schreibst, wie es dir mit meinen Tipps ergangen ist. Oder vielleicht sogar: was Du so anstellst und was dir hilft, wenn Du dich für Herausforderungen wappnest!

Und wenn Du den ganzen Text lieber hören als lesen möchtest, dann schau hier rein:
Was die Navy Seals machen, können Schauspieler schon lange! – 2. Teil auf soundcloud