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Wie man sich durch Vorbereiteritis aktiv davon abhalten kann weiter zu kommen

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Die Blogparade von Gabi Golling #denArschhochkriegen und Gewohnheiten verändern nutze ich, um meine liebste Veränderungs-Verhinderungs-Methode für Dich zu beschreiben:

VORBEREITERITIS!

Es ist ein Verhalten von höchster Aktivität, exakt ausgerichtet auf Dein angestrebtes Ziel, mit der Garantie NICHTS zu bewirken.
Wir handeln meistens so, wenn wir innerlich eigentlich nicht daran glauben, dass wir unser Ziel erreichen werden, zum Beispiel weil wir schon so viele Rückschläge einstecken mussten, dass wir einfach Angst vor dem nächsten Schlag haben.
Es ist auf jeden Fall die effektivste Handbremse für Veränderung und Entwicklung, die ich kenne.

Sie ist so heimtückisch, weil Du glaubst Du gibst gerade alles was Du kannst, Du investierst in Dein Ziel.
Und das tust Du auch wirklich.
Es ist ja eben nicht offensichtliche Prokrastination. Du machst Dinge, die unmittelbar mit Deinem Ziel zu tun haben und nicht irgendwas anderes, was auch mal getan werden könnte.
Tragischer Weise führt Dich Deine Handlung jedoch ganz knapp vorbei an Deinem Ziel, verhindert am Ende wirkliche Veränderung und sorgt ganz schlicht dafür, dass Du nicht voran kommst.

Wie ein Sprinter, der auf der Stelle läuft. Er verbrennt Fett, wird aber nie durch’s Ziel kommen.

Ein klassisches Beispiel meiner Schauspiel-Klienten (bei Gründern ist das sehr ähnlich) wäre: „Ich werde die Caster anrufen, wenn ich die neue Fotos gemacht habe / mein Demo neu geschnitten habe / meine Webseite überarbeitet habe…“
Leider verschaffen Fotos, Webseite und Band alleine nur sehr selten Jobs. Man muss sein Werbematerial schon zum Kunden, in Demo Fall zum Caster bringen.
Das irre ist, dass Fotos, Webseite und Demo ja meistens eine gewaltige finanzielle Investition sind und die meisten Schauspieler nicht gerade im Geld schwimmen.
Und doch würden einige lieber mehr Bewerbungsmaterial herstellen, mehr Geld ausgeben, bevor sie das tun was ihnen weiter helfen würde. Zum Beispiel zum Telefonhörer greifen und endlich wirklich Kontakte machen.

Ein Beispiel aus der Vorbereitung auf einen Vortrag wäre, Moderationskarten zu schreiben. Manch Vortragsredner schreibt Karten voll mit allen Stichpunkten, die er eigentlich längst im Kopf hat, nur um den nächsten Schritt, den Text laut zu sprechen, sich auf die Bühne zu wagen, nicht gehen zu müssen.

Eines aus dem Bereich persönliche Projekte wäre, Sportklamotten kaufen, sich über Lauftechniken informieren, anstatt die alten Turnschuhe zu nehmen die man noch im Schrank hat und los zu legen.

Oder Du läufst am ersten Tag so weit und lange, dass Du danach keine Lust mehr hast.

Oder Du verschiebst das Gespräch über Dein Unglück in Deiner Beziehung lieber noch mal, weil erst noch geklärt werden muss, wer wann was erledigt für die anstehenden Ferien.

VORBEREITERITIS!
Alles das, was wir benutzen um uns auszubremsen IST an sich wichtig.
Nur nicht jetzt oder nicht schon wieder oder nicht in dem Ausmaß…
Oft fühlt es sich sogar gut an, wenn Du Dich mit Vorbereiteritis davon abhältst wirklich etwas zu verändern. Du bewegst Dich ja. Manchmal ist es sogar erfüllend, wenn Du Dich der Vorbereiteritis hin gibst. Es kann Spaß machen! Was immer Du da machst…

Das vertrackte ist, weil es an sich wichtig ist, weil Du dabei aktiv bist und weil Du mittendrin steckst, ist es nicht so leicht zu erkennen, dass Du Dir gerade selber im Weg stehst.

Hier sind ein paar Zeichen, an denen Du erkenne kannst, dass Du Vorbereiteritis hast:

  • Du hast das Ganze vor kurzem schon mal gemacht
  • Du machst und machst, doch das Ziel rückt weiter in die Ferne
  • Du spürst eine große Erleichterung, wenn Du tun kannst was Du tust (nicht Spaß, wirklich Erleichterung!)
  • in Gesprächen mit vertrauten Menschen würdest Du lieber nicht erzählen, was Du gerade machst

Hier ein paar Tips, die Dich vor Vorbereiteritis schützen können:

  • Steck Dir konkrete und belegbare Ziele
  • überprüf regelmäßig Dein Vorankommen
  • lerne Deine Handbremsen kennen
  • bemüh Dich um eine realistische Einschätzung Deiner Möglichkeiten (auch Dein Tag hat nur 24h)
  • hab Mut zur Lücke!

Manchmal ist die Vorbereiteritis auch sinnvoll.
Wenn ich zum Beispiel gar nicht wirklich laufen gehen möchte und es auch nicht nötig ist, weil ich eh genug auf den Beinen bin. Dann ist sie das Zeichen dafür, Dich neu auszurichten und es liegt an Dir Dich dabei ernst zu nehmen!

Wenn Du den Verdacht hast, dass Du an „Vorbereiteritis“ leidest, gibt es eine einfach „Heilmethode“: überspring den aktuellen Schritt einfach und mach gleich den zweiten Schritt!
Wenn Du etwas voranbringen, eine Veränderung in Deinem Leben bewirken, ein persönliches Ziel erreichen möchtest, wirst Du größere oder kleinere innere Hürden überwinden müssen.
Das beginnt immer mit dem ersten Schritt.
Die Richtung und die angemessene Dosis sind dann verdammt wichtige Regulatoren, von denen abhängen kann, ob Du Dein Ziel auch erreichst.

Und manchmal macht es Sinn gleich den zweiten Schritt vor dem Ersten zu machen…