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warum ich einlösen muss, was ich versprochen habe

Wenn Du in der Öffentlichkeit stattfindest (das ist so ein typisches Wort aus dem FilmundFernsehBranchen-Sprech), wenn Du also öffentlich in irgendeiner Weise wahrgenommen wirst, ist es tatsächlich verdammt wichtig in Deinen persönlichen Begegnungen auch genau das einzulösen, was Deine öffentliche Persona „versprochen“ hat.
Und das ist gar nicht so leicht.

Es fängt schon damit an dass uns oft gar nicht bewusst ist, was wir zwischen den Zeilen unserer öffentlichen Persona alles so kommuniziere…
Ich habe mal nen Typen gedated, der mir lustiger Weise auf den Kopf zusagen konnte, dass ich eine Familie gründen wollte.
Woher er das wusste?
Ich hatte in meinem Businessprofil bei Interessen neben „segeln“ auch  „mein Sohn und meine Freunde“ geschrieben… 😂

Verdammt oft sagen wir gerade durch das was wir NICHT sagen, am meisten…
Durch die Auslassung von „mein Mann/Freund“ und die Tatsache, dass dort nicht „meine Familie“ stand, war meinem Date schon alles klar.
Die Absicht mit der ich das damals geschrieben hatte, war natürlich eine vollkommen andere. Allerdings wusste ich zu der Zeit auch noch nicht wie viel auf so Plattformen wie Xing (damals openBC) so geflirtet wird. Ich hatte die Tatsache, dass es in allen Begegnungen auch um die Paarungsfrage geht, mal wieder komplett ausgeblendet.

Richtig lustig kann es werden, wenn es bereits eine sehr trennscharfe öffentliche Persona gibt und der Mensch hinter der Persona in der persönlichen Begegnung dann ganz anders ist.
Ich habe mal einen Schauspieler begleitet, dessen Fernseh- und Kinorollen eher hart, egozentrisch und unemotional waren. Da er vorher noch nie aktive Öffentlichkeitsarbeit betrieben hatte, war das also eins zu eins auch seine öffentliche Persona. Man kannte ja nichts anderes von ihm, als diese Rollen.
Dummerweise ist er privat und in der persönlichen Begegnung ein sehr liebevoller und verkopfter Typ, der eher was von einem schusseligen Professor haben kann.

Journalisten, die sich wegen einer neuen Rolle mit ihm treffen sollten, hätten sich also darauf eingestellt einen taffen, harten Typen zu treffen und wären statt dessen einem Mann begegnet, der lange und laut über jede einzelne Frage nachdenkt und nicht zum Punkt kommt.
Diese Begegnung wäre, statt spannend zu sein, im schlimmsten Fall beängstigend gewesen. Eine so starke Diskrepanz zwischen Erwartung und tatsächlichem Erleben, gibt uns das Gefühl mit dem anderen stimmt etwas nicht.

Zum Glück hat er ein Interviewtraining gemacht und mit mir seine NEUE öffentliche Persona erarbeitet. So konnte er einen Weg zwischen seiner privaten Persönlichkeit und der öffentlichen Persona finden, der ihn nicht wie einen Geisteskranken wirken ließ.
Im Gegenteil offenbar fanden vor vor allem die weiblichen Journalisten diese kleine Reibung, die jetzt noch zwischen ihren Erwartung an ihn und ihrer tatsächlichen Begegnung übrig geblieben war, sehr anziehend.

Meistens muss Du gar nicht so viel verändern, um die richtigen Erwartungen zu schüren und zu verhindern, dass Du wie ein Psychopath wirkst.
Es reicht wenn Du  Dich mit Deinem öffentlichen Auftritten, also auch allen Posts und Fotos im socialmedia, nicht so weit weg von dem Menschen zu bewegen der Du auch bist, wenn Du mit guten Bekannten essen gehst. Ich meine wirklich in einem Restaurant essen gehen, nicht zu Hause eine private Party feiern! In einem Restaurant mit Bekannten würdest Du auf eine bestimmte Weise agieren und Dich geben.
Über den Daumen gepeilt ist das vermutlich genau die öffentliche Persona, die sowohl in Deiner öffentlichen Kommunikation als auch der persönlichen Begegnung für Dich stimmig ist.

Und wenn Du doch mal den Eindruck hast, dass Dein Gesprächspartner merkwürdig auf Dich reagiert, dann überprüf dessen Erwartungen an Dich und frag Dich, ob Du sie erfüllen konntest oder ob Du doch eher wie ein Psychopath gewirkt hast. 😉